Die Schreinerei als Brandobjekt

5. April 2019
Feuerwehren Poxau, Steinberg, Marklkofen und Frontenhausen übten für den Ernstfall

Aiglkofen. (ez) Ein brennender Spänebunker, das Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Holzlager, vermisste Personen, gelagertes Gefahrengut – die Feuerwehren Poxau, Steinberg, Marklkofen und Frontenhausen waren bei der Einsatzübung bei der Schreinerei Lauerer stark gefordert.

„Diese Übungen am Echtobjekt sind für uns wahnsinnig wichtig“ betonte Kreisbrandmeister Helmut Huber, der diese Übung erarbeitet hat. Hieraus werden wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen. Und dass es nicht einfach nur eine „Übung“, sondern auch schnell ernst sein kann, das wusste der Hausherr Klaus Lauerer aus eigener Erfahrung am besten, denn vor über drei Jahrzehnten war es wirklich ernst.

Über 60 Einsatzkräfte waren aus den vier Feuerwehren zur Übung ausgerückt, mit acht Fahrzeugen kamen sie zur Einsatzstelle, die durchaus ihre „Tücken“ hatte. Große und verwinkelte Räume, ein hoher Späneturm, überall leicht brennbare Materialien, verrauchte Räume und dazu noch eine in Panik geratende verletzte Person, die auf den Turm geklettert war 

Einsatzleiter und erster Kommandant der Feuerwehr Poxau Martin Kißlinger verschaffte sich beim Eintreffen einen Überblick und teilte die Einsatzkräfte entsprechend ein. Natürlich steht die Menschenrettung im Vordergrund. Hierzu galt es die entsprechende Einsatzleitung aufzubauen und die Atemschutzgeräteträger und weiteren Feuerwehrler entsprechend einzuteilen. Während die Trupps die verschiedenen Räume durchsuchten, bauten die weiteren Einsatzkräfte die entsprechenden Wasserleitungen auf, sperrten den Verkehr ab und bauten eine Widerstandslinie zu angrenzenden Gebäuden auf. Die Wasserentnahme erfolgte aus dem Hydranten und aus dem fließenden Gewässer vor Ort. Die Rettung vom Dach erfolgte mit der Drehleiter der Wehr Frontenhausen, auch durch Anleitern konnten Personen aus dem Gebäude gerettet werden.

Nachdem der „Brandherd“ gefunden und gelöscht wurde, teilten die Beobachter Kreisbrandmeister Helmut Huber, Kreisbrandinspektor Hans Maier und Kreisbrandmeister Heinz Klinger den Führungsgraden ihre Erkenntnisse mit. Im Ernstfall wären nicht nur die vier Feuerwehren im Einsatz, sondern noch Notärzte, Rettungskräfte und zusätzliche Einsatzkräfte umliegender Wehren vor Ort. „Es wäre wohl ein langwieriger und schwieriger Einsatz, der die Kräfte fordert und an die Grenzen bringen lässt“.

Brandleider Klaus Lauerer lud die Feuerwehrler anschließend zur Brotzeit ein. Zweiter Bürgermeister Martin Kieswimmer dankte für die Übungsbereitschaft. „Wir sind stark im Notfall und die Hilfe ist gewährleistet“, das sei dem Engagement der Feuerwehrler zu verdanken, die hier ihre Freizeit einbringen.

Kreisbrandinspektor Hans Maier ging nochmals näher auf das sehr große Objekt ein. Hier würde man wohl viele Atemschutzgeräteträger brauchen, eventuell sogar eine zweite Drehleiter und vor allem ausreichend Wasser. Die Übung habe wertvolle Ergebnisse geliefert, war lehrreich und die Kräfte konnten ihre Erfahrungen sammeln. „Ihr seid eine starke Truppe“ lobte er, was Kreisbrandmeister Helmut Huber nochmals unterstrich. Zudem dankte er der Schreinerei, die ihre Pforten für die Übung öffnete.